Der Große Nebel Freitag

Nichts gesehen und trotzdem eine schöne Aussicht

Der große Freitag stand wieder an und man hat sofort gemerkt, es wird langsam Winter. Anselm hatte seine Helmkamera dabei und diesmal hatte er sogar an das Mikrofon gedacht. Gleich nach der Arbeit schwang er sich auf die Twin und machte sich auf den Weg nach Bad Soden im Taunus. Über das aktivierte Live Tracking konnte ich immer sehen, wo Anselm sich grade befindet.

Da ich wusste, dass er erst mal um die halbe Stunde braucht, bis er bei mir ist, hatte ich genug zeit eine Lage Motorrad Klamotten nach der anderen anzuziehen. Das Wetter hatte sich etwas trüber und kälter gestaltet, also musste mehr als nur ein lockeres T-Shirt unter der Jacke her.

Was trägt also der Twin Fahrer von Welt an kalten Tagen? Zunächst ist lange Unterwäsche kein Fehler. Als Nächstes kann man das natürlich mit einem T-Shirt seiner Wahl abrunden. Dazu kommt eng am Körper eine elektrische Heizweste. Anselm und ich haben uns diese bereits letztes Jahr besorgt und die Powerbank angetriebenen Wärmespender sind neben der Griffheizung das wohl wichtigste Kleidungsstück im Winter. So bleibt der Oberkörper und die Nieren immer mollig warm auch bei Minusgraden. Als Nächstes kommt ein Thermo Jäckchen um die Wärme auch nicht entweichen zu lassen. Abgerundet wird alles mit dem unverzichtbaren Nierengurt. Alles Weitere bleibt wie gehabt. Die schweren Lederhandschuhe werden durch die Griffheizung an der Twin noch mal zusätzlich mit wärme befeuert, so das die Finger nicht Steif werden und man immer einen sicher Griff am Lenker hat. Nun noch ein Schal und der Helm und schon kann es losgehen.

Anselm war schon an unserem Treffpunkt angekommen, die Essotankstelle in Bad Soden. Hier sollte eigentlich keine Schleichwerbung für den namhaften Kraftstofflieferanten stehen, aber manchmal muss man die Dinge auch beim Namen nennen.

Es war bereits dunkel und wir machten unseren ersten Videotake. Anschließend schwangen wir uns direkt auf die Twins und fuhren los. Der obligatorische Döner musste heute leider ausfallen, denn wir wollten einfach nur fahren. Hier galt es keine Zeit bei der Döner Zubereitung zu verschwenden. Also auf Richtung Königstein im Taunus.

Wir hatten eine Rundtour durch den Taunus im Sinn, unsere Navigationsapp lieferte hier gute Arbeit. Schon auf dem Weg nach Königstein den Berg hinauf, stellten wir fest, dass es immer nebeliger wird. Kaum aus der Stadt in den Wald gefahren, ging die Sichtweite dramatisch runter. Gefühlte Nullsicht auf die Straße und selbst die starken LED-Strahler der Twin schafften nur bedingt Abhilfe. Das Nebellicht anzuschalten hat auch eher nur dazu geführt, das man mehr davon sieht das man nichts sieht.

Was wir nicht auf dem Schirm hatten bei der Routenplanung war, dass uns das Navi über den Feldberg lotsen wollte. Bei 7 Grad und schlechter Sicht nachts im Wald war es dann doch spannender geworden als gedacht. Selbst das Pinlock im Helm beschlug aufgrund der Nässe. So mussten wir teils mit offenem Visier fahren, damit man überhaupt noch was sehen kann. Spannend war das Ganze allemal, wenn auch einen ticken gefährlicher als unsere üblichen Touren. Wildwechsel, nasse Fahrbahn und Laub sind hier einige der größten Gefahren.

Doch hinter dem Feldberg ging es langsam wieder etwas besser. Der Nebel lichtete sich und wir hatten nur noch mit der Dunkelheit und der vierbeinigen Gefahr aus dem Unterholz zu kämpfen. Weiterhin war Vorsicht geboten. Aber diese steht bei uns sowieso immer an Erster stelle direkt gefolgt vom Spaß und der guten Laune.

Nach einer längeren Runde kämpften wir uns über Berg und Tal, durch Dorf und Wald wieder Richtung Bad Soden. Die Tour dauerte nun bereits 100 km lang und war damit eine unserer Längeren der letzten Tage.

Natürlich wäre es kein großer Freitag gewesen, wenn wir nun nicht auch noch den Abend bei guter Funk Musik ausklingen lassen würden. Also schoben uns die Twins noch ein letztes Mal auf den Berg in Bad Soden mit Aussicht auf die Frankfurter Skyline. Aufgrund des Nebels war hier aber eher wenig zu sehen.

Der Abend war zwar noch verhältnismäßig Jung, aber die längere Tour hat doch schon etwas an den Kräften gezerrt. Gute gelaunt verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Heimweg.

Anselm hatte alles auf seiner Helmkamera aufgezeichnet und durch das Mikrofon auch weitestgehend kommentieren können. Die ganze Unterhaltung können wir natürlich nicht veröffentlichen. Hier wurden während der Fahrt konkrete Pläne zu unserer nächsten großen Tour 2021 gemacht. Hier müsst ihr euch aber noch etwas Gedulden, es gibt erst mal keine Spoiler.

Hier das Video zur Großen Freitag Nebeltour. Viel Spaß beim anschauen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert