Zwei Freunde und ein Ziel

Wie alles begann

Mitte Februar 2019…

ich bin grade aus meinem Kambodscha Urlaub gekommen, rief mich Anselm an. Er erzählte mir, dass er grade auf dem Weg zur Fahrschule sei um sich für den Motorradführerschein anzumelden. Ich war sehr begeistert, da ich selbst im Urlaub etwas Motorrad gefahren bin und mir zu der Zeit dachte, ich könnte den Führerschein machen, wenn ich wieder da bin. Er fragte, ob ich mitmachen möchte und ich schlug sofort ein.

Nach der Arbeit fuhr ich direkt zur selben Fahrschule und meldete mich ebenfalls an. Es war mal wieder eine dieser Bauchentscheidungen die wir so oft und gerne treffen.

Zunächst ging es los mit den Theoriestunden. Diese absolvierten wir so schnell es ging um die theoretische Prüfung direkt ablegen zu können. Jeden Abend in der Fahrschule zu sitzen hatte wieder etwas von „Die Schulbank drücken“. Aber da wir bereits seit Jahren unsere Autoführerscheine haben, war es eher eine Art Wiederholung und Auffrischung. Wir mussten beide zugeben, dass uns das auch mal ganz gut tat.

Am Tag der theoretischen Prüfung kam wieder mal etwas zusammen, was für mich und Anselm typisch ist-unser unverschämtes Glück im Unglück. Während Anselm nämlich nach dem Beantworten der Fragen am PC beim TÜV auf „abgeben“ klickte, ohne nochmal drüber zu schauen und somit als Erster fertig war, musste ich feststellen, dass ich zwar für den Führerschen B gelernt hatte, jedoch nie für A. Somit hatte ich nie wirklich für die theoretische Motorradprüfung gelernt. Nach bestem Wissen und Gewissen habe auch ich abgegeben. Witzigerweise waren wir aber am Ende nicht nur die Ersten, die den Prüfungsraum nach max. 10 Minuten verließen, sondern hatten auch beide 0 Fehlerpunkte und damit bestanden.

Null Fehler in der Theorie, das muss gefeiert werden

Nun standen die praktischen Fahrstunden an. Aufgrund des engen Terminplans konnte die Fahrschule uns diese erst im April geben. Auch hier beschlossen Anselm und ich das wir die Stunden immer zusammenlegen. So konnte immer einer beim Fahrlehrer mitfahren während der andere auf dem Motorrad saß.

Jetzt war es soweit und der wahre Spaß konnte beginnen. Wir teilten unserem Fahrlehrer mit, dass wir alle Pflichtstunden so schnell wie möglich absolvieren müssen damit wir Mitte Juni die Prüfung machen können. Denn es stand ein Männertrip-Urlaub an, in dem wir bereits die Führerscheine brauchten.

Die erste Fahrstunde verlief bei uns beiden bereits besser als erwartet. Wir würgten den Motor nur gefühlte 10 mal an der Ampel ab, ehe es flüssig weiter ging. Unser Fahrlehrer war ein lustiger und freundlicher, alter Mann. Es machte Spaß auf dem Motorrad zu sitzen und auch neben ihm im Auto, während immer einer von uns beiden fuhr. Stellenweise wurden die Lektionen nicht in der üblichen Reihenfolge absolviert. Somit fingen wir nicht am ersten Tag mit den Grundfahraufgaben an, sondern durften gleich ein paar Runden in verkehrsruhigeren Teilen der Stadt und Überland fahren. Einzig die Nachtfahrt mussten wir, an zwei verschiedenen Tagen, getrennt absolvieren. Wir hatten viel Spaß und freuten uns jedes Mal wieder auf die nächste Fahrstunde. Hier war klar das wir der Sucht nach Motorradfahren bereits hoffnungslos erlegen waren.

Drago und Anselm bei den Grundfahraufgaben

Drei Tage bevor es in unseren geplanten Urlaub ging hatten wir unsere praktische Fahrprüfung. Diese haben wir natürlich auch zusammen auf den selben Tag gelegt. Unsere Nervosität und Anspannung war groß da wir uns keine Fehler erlauben konnten.

Hier schlug mal wieder unser Glück im Unglück zu. Ich durfte als erstes und musste von der Fahrschule zum Übungsplatz fahren, wo wir zunächst die Grundfahraufgaben machen sollten. Durch die Innenstadt beim Berufsverkehr bin ich durch 2 Gelbphasen gefahren und hatte wohl mehr als nur Glück, dass es nicht Rot wurde. Mein Puls war auf 180 und bei jeder weiteren Ampel ist mir fast das Herz aus der Brust gesprungen.

Am Übungsplatz angekommen, stellten wir die Hütchen auf und absolvierten die Grundfahraufgaben. Hier hatten wir zum Glück keine Probleme, da wir diese vorher so lange geübt haben, bis alles saß.

Nun musste Anselm wieder den Weg zurück zur Fahrschule fahren. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, ob ich bestanden hatte. Auch hier hatten wir mal wieder etwas Pech. Denn kaum ist Anselm aufs Motorrad gestiegen, setzte der Regen ein. Zu allem Überfluss entschied sich hier der Prüfer noch mal eine Runde über die Autobahn zu fahren. Der Verkehr war dicht und die Sicht aufgrund des Regens schlecht. Anselm hatte sichtlich keinen Spaß dabei, aber auch er musste da durch.

Bei der Fahrschule angekommen erlöste uns der Tüv-Prüfer mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch, sie haben beide bestanden“.

Somit hatte wir unser Ziel erreicht, welches wir uns 5 Monate vorher gesetzt hatten. Wir hatten beide unsere Führerscheine und konnten nun in Phase zwei übergehen, Fahrpraxis im Urlaub sammeln.

Drago und Anselm in der Fahrschule

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