Die erste Tour mit Gastfahrer
Der perfekte Samstagmorgen. Sonnenschein und wir hatten uns schon seit 1 Woche verabredet zu fahren. Es war absehbar, dass das Wetter gut wird und aufgrund der Corona-Turbulenzen waren wir schon ewig nicht mehr gefahren, da wir im Job beide (zu)viel zu tun hatten. Beim Blick aus dem Fenster wurde einem aber auch sofort klar, dass viele diesen sonnigen Samstag für den Saisonstart nutzen werden.
Egal – wir waren schon oft bei fantastischem Wetter gefahren und hatten noch immer Strecken gefunden, die nicht völligst mit Motorrädern überfüllt waren.

Ich machte mich also fertig, checkte nochmal ob das X-Com auch geladen war und fuhr gegen 11 Uhr los Richtung Bad-Soden. Auf der Europabrücke bei Frankfurt dann die Ernüchterung: Vollsperrung und nichts ging mehr. Nach einigen vorbeifahrenden Rettungswagen, wurde mir klar, dass es so schnell nicht weitergeht und ich schrieb Drago, dass ich mich etwas verspäten würde.
Drago schrieb mir zurück es, sei kein Problem. Er hatte auch einem Arbeitskollegen erzählt, dass wir an diesem Samstag fahren wollten und fragte mich, ob es okay wäre, wenn er als „Gastfahrer“ mitkommt. Dieser besagte Arbeitskollege (Eugenio) hatte sich nämlich bereits im Oktober eine „HARLEY-DAVIDSON® SPORTSTER XL1200NS IRON 2019“ gekauft, sie aber insgesamt erst knappe 50km gefahren, da sie für diverse Umbaumaßnahmen erstmal in der Werkstatt war. Seinen Führerschein hatte er auch erst kurz vor der Anschaffung, inspiriert durch uns, gemacht. Daher war es ihm ganz recht, mit uns beiden seine erste richtige Tour zu fahren, da er ja keinerlei Fahrpraxis vorweisen konnte. Ich programmierte also noch in der Vollsperrung mein Navi auf die neue Adresse und wir trafen uns bei Eugenio. Als die Vollsperrung aufgehoben wurde, sah man, warum es gesperrt war. Ein Unfall mit einer Vespa, die hatte es ziemlich zerlegt. Das lies mich nachdenklich und noch vorsichtiger als sonst weiterfahren.
Bei Eugenio angekommen begrüßten wir uns mit ordentlich Distanz. Wir dachten uns:
„Mit 2 – 3 Metern Abstand kann es noch ein schöner Sommer werden“

Nachdem Eugenio am Aldi-Parkplatz bei sich um die Ecke noch ein paar Runden geübt hatte und wir es nach 45min geschafft hatten die Kommunikationsgeräte zu pairen, ging es los.

Wir schauten kurz welche Richtung wir fahren wollten und beschlossen mal nach Weilburg bei Limburg zu fahren. Wir gaben also Weilburg in das Navi ein und vertrauten einfach auf das bewährte „Garmin AdventurousRouting“


Das Navi leitete uns erstmal über den Feldberg und ein kurzes Stück entlang der Hochtaunusstraße, welche, bei diesem grandiosen Wetter, natürlich heillos mit Bikern überfüllt war. Aber als wir dann abfuhren leitete uns das Navi über klasse Landstraßen, wo nur ab und zu ein Auto vorbeikam, bis zu unserem Ziel nach Weilburg.




Nachdem wir und vor allem Eugenio sich ein wenig ausgeruht hatte, traten wir wieder die Heimfahrt an, auch zurück führte uns das Navi. Also fuhren wir wieder malerische Landstraßen durch flussdurchzogene Täler. Da Eugenio sich aufgrund der, bei seiner Harley nicht vorhandenen Tankanzeige, unsicher war, hielten wir nochmal bei einer Tankstelle und Eugenio füllte randvoll auf.

Danach ging es weiter Richtung Heimat. Da es langsam Abend wurde und die Temperaturen begannen zu fallen, machten wir uns ein wenig Sorgen um Eugenio – da er weder Griffschalen noch Griffheizung hat. Denn aus eigener Erfahrung wissen wir, wie schmerzhaft das an den Händen werden kann.
Wir fuhren also durch, mussten allerdings nochmal für ein Shooting anhalten, da wir eine Stelle fanden die es einfach nicht zuließ, an ihr vorbeizufahren.





Also fuhren wir zügig weiter, hatten wir doch immer Eugenios Hände im Kopf. Wir entschieden uns dafür auf möglichst kurzem Weg weiterzufahren, da es nun schon dunkel wurde und die Temperaturen in den einstelligen Bereich fielen. Als wir ankamen, klagte Eugenio über taube Finger, was aufgrund der Temperaturen und der fehlenden Griffheizung mehr als verständlich war. Abgesehen davon, war er natürlich begeistert, wie viel Spaß es gemacht hat und wie gut es war mit uns zusammen zu fahren.
Abschließend kann man sagen, dass er seine Feuertaufe mit Bravour bestanden hat.
Es war alles dabei: Steigung, Gefälle, Serpentinen, schnelle Graden, Sonnenschein und Nachtfahrt. Es war für alle eine gelungene Tour!
Da wir in nächster Zeit wohl nicht miteinander fahren können, hier nochmal der Appell an alle.
„Seid wie Kevin – Bleibt alleine zuhaus“
