Nordkaptour 2021 – Tag 1

Die Anreise

Samstag morgen, es ist mitten in der Nacht um kurz nach 2 Uhr. Die Twins wurden am Abend vorher geputzt und gepackt, sodass wir pünktlich starten können. Geplant war eine Abfahrt zum 2 Uhr, was wir tatsächlich diesmal auch fast pünktlich hinbekommen haben. Wenn man von unserer Kroatien Tour 2020 weiß, dann weiß man, das ist für unsere Verhältnisse gar nicht mal so schlecht.

bereit zum durchstarten

Temperaturtechnisch waren es so um die 16 Grad, was uns fast dazu bewogen hätte, nur leicht bekleidet loszufahren. Aber stattdessen kam nur das Innenfutter aus den Jacken raus, wir würden es später sicher brauchen, bedenkt man, wo die Reise hingeht.

Noch schnell geprüft, ob alles festgezurrt ist, die elektrischen Geräte alle geladen sind und das online Tracking läuft, dann ging es auch schon los. Schnurstracks in die Nacht auf die A5 hoch Richtung Kassel, weiter über Hannover nach Hamburg und via Flensburg nach Dänemark.

Die Fahrt auf der Autobahn gestaltete sich zunächst als entspannt, da wenig Verkehr um diese Zeit auf den Straßen war. Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten, war mit einem Wetterumschwung. Von angenehmen 16 Grad fiel die Temperatur im Hochtaunus ab auf unter 10 Grad, hinzu kamen Nebelfelder, die die Sicht nicht nur einschränkten, sondern auch die Luft feucht und klamm machten. Plötzlich zog es uns in alle Lüftungen und in die Reißverschlüsse, sodass wir eine kurze Tankpause nutzten, um den Schal etwas enger zu ziehen und die Handschuhe zu wechseln.

Tankpause bei Kassel

Erst als es langsam Tag wurde und wir bereits bei Hannover waren, wurde es wieder etwas wärmer und auch die Sonne kam langsam raus. Etwas hinter Hamburg wurde es dann wieder richtig sommerlich. Nicht nur die Temperaturen und das Wetter, sondern leider auch der Verkehr erinnerte uns an die Sommerferienzeit. Und das natürlich wegen des Staus, in dem wir standen. Zum Glück aber nur ca. 45 Minuten, sodass wir noch voll im Zeitplan blieben. Denn schließlich hatten wir eine Fähre zu erwischen.

Um die Mittagszeit waren wir schon in Flensburg und damit bei der dänischen Grenze. Alles verlief reibungslos. Zum Glück haben wir Headsets in unseren Helmen eingebaut, sodass wir die komplette Fahrt über kommunizieren konnten. Es ist uns beiden immer noch ein Rätsel, wie es einige schaffen, tagelang auf Tour zu gehen, ohne sich unterhalten zu können. Bei uns beiden ist es aber eher so, dass wir nonstop plaudern können, ohne das es langweilig wird. Wir sind eben voll auf einer Wellenlänge.

endlich bei der Fähre

Nach einer Fahrt schnurstracks durch Dänemark kamen wir gegen Abend pünktlich eine Stunde vor der Verladung bei der Fähre an. An Bord mussten wir zunächst unsere Twin auf Deck sichern. Ein wenig mulmig wird einem da schon: Bleibt die Twin stehen oder fällt sie um? Verkratzt sie durch das Sicherungsseil? Kleine Sorgen, die wie sich später herausstellen sollte, aber unbegründet waren.

die Super Speed 1

An Bord der Fähre hatten wir nun also 4 Stunden Zeit, während der Überfahrt auch mal die Füße hochzulegen, was zu essen und ein Nickerchen zu halten. Denn so gerne wir auch auf den Twins sitzen und fahren, müde wird man dann doch irgendwann.

die Twins gut gesichert im Frachtraum der Fähre

Angekommen in Norwegen kam zum ersten Mal das Gefühl, dass wir es tatsächlich geschafft haben. Bis hierher war es nur eine Reise auf der Autobahn und daher nichts Besonderes. Wir wollten ja nur schnell ankommen, weswegen wir den ersten Teil der Reise eher als „Anfahrt“ in den Urlaub betrachtet haben. Aber als wir dann von der Fähre fuhren und den Campingplatz ansteuerten, wurde das Gefühl der Freude und Aufregung stärker als zuvor. Nach 30 Kilometern erreichten wir endlich den Campingplatz von Petter. Nun merkten wir auch das fast nichts mehr ging. Wir waren fast 24 Stunden unterwegs gewesen und wollten einfach nur noch das Zelt aufbauen und uns hinlegen.

Und genau so haben wir es dann auch gemacht und sind gut gelaunt und erschöpft in die Kojen gefallen. Doch was war erst der Anfang der Reise.

Hier das Video zum ersten Tag der Nordkap Tour:

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