Heute war es so weit, nach längerer Pause wollten wir das neue Jahr unbedingt mit einer Neujahrstour begrüßen. Das bedeutete, egal, wie das Wetter sein sollte, wir fahren heute mit den Twins. Und das Wetter machte es uns nicht leicht …
Heute haben wir das letzte Stück der Alpentour 2022 vor uns. Das große Ziel ist es, die Rossfeld Panoramastraße am Obersalzberg zu befahren. Also packten wir unsere sieben Sachen und haben zugesehen, dass wir frühzeitig vom Campingplatz loskamen.
Der zweite und erste richtige Urlaubstag begann schon in den frühen Morgenstunden natürlich, wie hätte es auch sein können mit Regen. Gegen 6 Uhr morgens wurden wir von starkem Regen geweckt, der auf unser Zelt prasselte. Das macht es zwar noch gemütlicher im Zelt aber weckt auch bedenken für den weiteren Verlauf des Tages. Doch zu unserem Glück war es tatsächlich nur ein kurzer heftiger Schauer. Gegen 8 Uhr kam auch schon wieder die Sonne durch und die Temperaturen stiegen.
Nachdem wir ja 2021 trotz Corona unseren Traum verwirklichen konnten und ans Nordkap gefahren sind, haben wir es dieses Jahr beruflich bedingt nicht hinbekommen eine (zeitlich) längere Tour zusammen auf die Beine zu stellen.
Gute Laune auch bei kürzeren Touren 🙂 Letzte Tour bevor es losgeht in die Alpen!
Es soll also losgehen, und zwar schon bald! Nächsten Freitag (29.07.2022) werden wir Richtung Allgäu starten, unser erstes Ziel wird Lindau am Bodensee sein, von wo aus wir uns Richtung Pfronten aufmachen werden, immer auf schönen Straßen und mit einigen interessanten Aktivitäten abseits der Twins. Ab Freitag morgen läuft also auch das Live-Tracking wieder, mit Link hier auf der Seite.
Der Tag fing für uns eigentlich in der Nacht an. Wir hatten zwar abends trotz der +Temperaturen vorsichtshalber eine frische 500g Kartusche an die Zeltheizung geschraubt, diese war aber durch die doch knackig kalten Nachttemperaturen (-3°) gegen 2 Uhr leer. Also waren wir wach und schraubten erst mal eine neue 500g Kartusche an, um uns das wohlige Gefühl der finnischen Sauna zurückzuholen.
Als wir morgens aufwachten, hatte die Kartusche zum Glück durchgehalten und es war temperaturtechnisch OK. Der Griff an die Zeltwand brachte jedoch die Erkenntnis, dass es draußen eisig sein musste, man hörte wie das Eis nur so knirschte.
Ein frostiger Morgen, aber die Sonne bricht durch.
Nach einer etwas erfrischenden Nacht kamen wir am nächsten Morgen leicht neben der Spur wieder zu uns. Über Nacht ist es noch mal richtig kalt geworden, sodass wir die Zeltheizung immer wieder an manchen mussten, um nicht mit Eiszapfen an der Nase aufzuwachen. Das hat natürlich dazu geführt, dass der Schlaf eher weniger erholsam gewesen ist. Am Abend zuvor haben wir das Zelt schnell aufgebaut, was gegessen und unser ganzes Zeug ins Zelt geschmissen. Jetzt sahen wir das es ein klein wenig „Verwohnt“ aussieht. Aber ein bisschen Chaos gehört auch dazu, wenn zwei Kerle alleine auf Reisen gehen.
Wir haben es tatsächlich geschafft, der Schneefront zu entkommen. Nach einer erholsamen Nacht in der gemütlichen Hütte im Ort Gällivare waren wir froh, doch noch am Vortag diesen riesen Sprung in den Süden gemacht zu haben. Gleich in der Frühe checkten wir das Wetter und die Schneefront. Tatsächlich hatten wir sie nur um wenige Kilometer vor Gällivare hinter uns gelassen, sodass beim Blick aus dem Fenster gleich der Sonnenschein auffiel. So konnte der neue Tag beginnen und wir freuten uns auf einen weiteren tollen Tag.
Der zweite Teil der Reise sollte ab heute beginnen. Nach einem fantastischen Tag am Nordkap sollte es heute 4.000 km gen Süden gehen. Diesmal jedoch nicht wieder dieselbe Strecke durch Norwegen, sondern via Finnland und Schweden. Also erst mal alles zusammengepackt und wieder alles auf die Twins damit die Reise losgehen konnte.
Heute war der Tag, auf den wir so lange schon hin gefiebert hatten, das große Hauptziel unserer Reise lag in greifbarer Ferne. Obwohl wir von der gestrigen Fahrt sehr erschöpft waren, konnten wir es kaum erwarten, bis die Sonne aufgeht, um endlich wieder starten zu können. Die Aufregung war einfach zu groß um noch einen ausgedehnten gemütlichen Morgen in der Hütte zu haben. Wir also aufgesprungen, das Nötigste gefrühstückt und sich mental auf das Nordkap eingestellt.
Heute ist es endlich so weit, wir haben die vorletzte und längste Etappe vor uns. Über 700 km durch die Tundra bis ca. 120 km vor dem Nordkap, wo wir unser Basiscamp einrichten wollen. Wir wussten, dass es ein strammer Ritt werden würde, aber wir haben es uns so ausgesucht und wollten es so. Doch der Tag begann natürlich, wer hätte es gedacht, mit Regen. Und es sah nicht so aus, als ob es aufhören würde.